Das Quantenzeitalter ist kein fernes Gedankenexperiment mehr. Quantencomputer – fortschrittliche Rechensysteme, die komplexe Probleme lösen können, an denen klassische Computer scheitern – sind derzeit noch nicht in der Lage, die Verschlüsselung zu brechen, die heutige E-Mails schützt. Doch das Risiko ist real genug, dass Sicherheitsteams, Standardisierungsgremien und Technologieanbieter bereits jetzt Maßnahmen ergreifen und Post-Quantum-Verschlüsselung einführen.

Der Post-Quantum-Schutz ist jetzt ein optionales Upgrade in Proton Mail und in allen Tarifen verfügbar, einschließlich der kostenlosen Version. Nach der Aktivierung kann Proton Mail Post-Quantum-fähige Schlüssel für neue verschlüsselte E-Mails erzeugen und verwenden. So werden persönliche Nachrichten und geschäftliche Kommunikation sowohl gegen aktuelle Bedrohungen als auch gegen eine Zukunft geschützt, in der die heutige Public-Key-Kryptografie möglicherweise nicht mehr ausreicht.

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Was sich in Proton Mail ändert

Proton Mail verwendet seit Langem OpenPGP mit ECC- (Elliptic Curve Cryptography) und RSA- (Rivest-Shamir-Adleman) Schlüsseln zum Schutz verschlüsselter E-Mails. Diese gelten gegenüber heutigen Computern weiterhin als sicher. Doch leistungsfähige Quantencomputer könnten diese Verfahren mit Algorithmen wie dem Shor-Algorithmus brechen – einer Methode, die genau die mathematischen Probleme löst, auf denen die Sicherheit von RSA und ECC basiert.

Um sich auf diese Zukunft vorzubereiten, unterstützt Proton Mail nun Verschlüsselungsschlüssel, die gegenüber Post-Quantum-Kryptografie (PQC) resistent sind. So lässt sich in wenigen Schritten der Post-Quantum-Schutz aktivieren.

Die Aktivierung von PQC schützt neue verschlüsselte E-Mails in der Zukunft. Bereits vorhandene E-Mails im Postfach werden derzeit nicht nachträglich neu verschlüsselt. Wie bei bestehenden Schlüsseln lassen sich auch PQC-Schlüssel auf vertraute Weise verwalten: Du kannst weitere PQC-Schlüssel erzeugen und sie – genau wie RSA- oder ECC-Schlüssel – als veraltet oder kompromittiert kennzeichnen.

Im Zuge dieser Weiterentwicklung wird außerdem OpenPGP v6 unterstützt – ein moderneres Framework, das neue Algorithmen, einschließlich Post-Quantum-Kryptografie, ermöglicht.

Zudem arbeitet Proton daran, quantensichere verschlüsselte E-Mails im gesamten offenen E-Mail-Ökosystem zu standardisieren, unter anderem gemeinsam mit Projekten wie Thunderbird. Ziel ist es, dass diese Schutzmechanismen auch zwischen verschiedenen Anbietern funktionieren – nicht nur innerhalb von Proton – und so die Sicherheit unabhängig vom genutzten E-Mail-Dienst erhöhen.

Warum schon jetzt auf Post-Quantum-Angriffe vorbereiten?

Das Quantenzeitalter hat zwar noch nicht begonnen, doch Angreifer können bereits heute verschlüsselte Daten sammeln und speichern, um sie später zu entschlüsseln, sobald leistungsfähigere Quantencomputer verfügbar sind. Das ist einer der Gründe, warum der Umstieg branchenweit bereits begonnen hat – noch bevor praktische Quantenangriffe existieren.

Tiefgreifende Veränderungen im Sicherheitsbereich setzen meist schon ein, lange bevor sie ins öffentliche Bewusstsein rücken. Wenn sie schließlich für alle sichtbar werden, haben Organisationen, die zu lange gezögert haben, oft bereits einen strategischen Nachteil.

Mit der Integration von Post-Quantum-Kryptografie in Proton Mail wird ein vorausschauender Schritt unternommen, um verschlüsselte E-Mails schon heute gegen die Bedrohungen von morgen zu wappnen – ohne die bestehenden Datenschutzgarantien einzuschränken.

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