Laut einer Umfrage von Proton unter 3.000 Menschen in Großbritannien, Deutschland und Frankreich glauben große Mehrheiten der Verbraucher, dass ihre Länder von US-Technologieunternehmen abhängig geworden sind. Mehr als 8 von 10 Befragten äußerten zudem Besorgnis über diese Abhängigkeit.

Die Umfrage baut auf früheren Proton-Studien auf, die zeigten, dass 74 % der börsennotierten Unternehmen in Europa US-Dienste wie Google und Microsoft für ihre E-Mails nutzten – und möglicherweise auch weitere gebündelte Dienste wie Cloud-Speicher oder Messaging.

In der Summe verdeutlichen die Daten die tiefe wirtschaftliche Abhängigkeit des Kontinents von US-Unternehmen und zeigen, dass viele Menschen das Gefühl haben, ihre Regierungen würden nicht im besten Interesse Europas handeln.

Viele Befragte möchten auf lokale Alternativen umsteigen, die ihre persönlichen Daten schützen, europäischem Recht unterliegen und ihnen ein größeres Maß an Kontrolle geben. Unsere Umfrage ergab:

  • 73 % der Europäer sind der Meinung, dass ihre Gesellschaften viel zu abhängig von US-Technologieunternehmen sind. Unter diesen äußerten 83 % Besorgnis über diese Abhängigkeit.
  • 54 % der Europäer, die Nachrichten verfolgen, bevorzugen eher europäische Alternativen zu US-Diensten. Dies deutet darauf hin, dass die aktuellen geopolitischen Spannungen ihre Einstellung beeinflussen.
  • Die Gründe, europäische Tech-Alternativen zu bevorzugen, sind vielfältig. Am wichtigsten ist in allen drei untersuchten Ländern jedoch der stärkere Datenschutz. Etwa 66 % gaben an, dass ihnen Sicherheit vor Hacking und Betrug besonders wichtig ist.

Unternehmen wie Google, Meta, Amazon und Microsoft speichern und kontrollieren Daten, die die Geschäfte der Menschen antreiben, ihren Handel vermitteln und ihren Alltag strukturieren. Als Reaktion auf die anhaltenden Datenschutz- und Wettbewerbsverstöße der US-Tech-Konzerne übernehmen Europäer zunehmend die Kontrolle über ihr digitales Leben und wenden sich europäischen Alternativen zu.

Diese Einstellung spiegelt sich bereits im Verhalten der Nutzer wider: Die Anzahl der Proton-Nutzer und Anmeldungen ist in ganz Europa deutlich gestiegen. Nach Drohungen einer Invasion Grönlands stiegen die Anmeldungen für Proton Mail und Proton Drive in den nordischen Ländern um fast 80 %. In Dänemark haben die Proton-Anmeldungen sogar um mehr als 100 % zugenommen.

Auch andere Nachrichtenereignisse haben das Bild der US-Technologie als riskant verstärkt. Ende letzten Jahres verlor der Generalstaatsanwalt des Internationalen Strafgerichtshofs den Zugang zu seinem Microsoft-Postfach(neues Fenster), nachdem Präsident Trump Sanktionen gegen den ICC verhängt hatte. Khan wechselte zu Proton Mail, um seine Arbeit fortzusetzen, doch die internationalen Beziehungen bleiben angespannt. Solche Vorfälle haben die Forderungen nach europäischer Tech-Souveränität und dem Aufbau eines sogenannten EuroStack(neues Fenster) verstärkt.

Mit unserer Umfrage wollten wir verstehen, wie aktuelle Entwicklungen die Einstellung der europäischen Bevölkerung gegenüber US-Technologie beeinflussen.

Der Widerstand gegen US-Tech wächst

  • 65 % der deutschen Befragten glauben, dass Europa sehr oder extrem abhängig von US-Technologieunternehmen ist, 90 % äußern Besorgnis über diese Abhängigkeit
  • 80 % der französischen Befragten sehen Europa als sehr oder extrem abhängig an, 85 % sind darüber besorgt
  • 74 % der britischen Befragten empfinden Europa als sehr oder extrem abhängig, 74 % äußern Besorgnis

Europäer sind besorgt über ihre übermäßige Abhängigkeit von amerikanischer Technologie. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, doch das wiederholte Versagen der US-Tech-Industrie, Datenschutzgesetze und Erwartungen der Verbraucher einzuhalten, bleibt nicht unbeachtet.

Transatlantische Spannungen beeinflussen die europäische Stimmung

  • 53 % der deutschen Nachrichtenleser geben an, dass sie eher europäische digitale Dienste bevorzugen
  • 56 % der französischen Nachrichtenleser erklären, dass wachsende Spannungen zwischen den USA und Europa sie dazu motivieren, europäische Dienste zu nutzen
  • 55 % der britischen Nachrichtenleser sagen, dass der Nachrichtenzyklus sie eher dazu bewegt hat, europäische Dienste zu bevorzugen

Jahre turbulenter Beziehungen zwischen den USA und Europa haben das Interesse an europäischen Diensten verstärkt. In unserer Umfrage würden 57 % der Briten, 70 % der Deutschen und 71 % der Franzosen europäische Apps und Dienste bevorzugen, wenn Preis, Benutzerfreundlichkeit und Funktionen vergleichbar mit US-Diensten wären.

Warum wünschen sich Europäer Tech-Alternativen aus Europa? Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Nachrichtenkonsum und der Bereitschaft, US-Technologie abzulehnen: Fast 55 % geben an, dass sie durch die wachsenden Spannungen zwischen den USA und Europa motiviert sind.

Angespornt durch Initiativen wie EuroStack(neues Fenster) wächst die Bewegung, in die europäische Tech-Industrie zu investieren und die Abhängigkeit von US-Plattformen zu verringern. Europäische Technologie zu nutzen ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch eine patriotische. Beispielsweise kündigte die französische Regierung an, Zoom und Teams bis 2027 nicht mehr zu verwenden(neues Fenster). Letztes Jahr veröffentlichte die EU eine Erklärung zur europäischen digitalen Souveränität(neues Fenster) mit dem Ziel, „Europas Fähigkeit zu stärken, seine digitale Infrastruktur, Daten und Technologien eigenständig zu regulieren“.

Tech-Souveränität ist für Europäer und ihre Regierungen attraktiver geworden, weil sie Autonomie verspricht und die Chance bietet, einen neuen europäischen Technologie-Hotspot zu schaffen.

Sicherheitsbedenken treiben den Widerstand gegen US-Tech

  • 67 % der deutschen, 70 % der britischen und 61 % der französischen Befragten gaben an, dass Schutz vor Hacking und Betrug extrem wichtig ist
  • 55 % der deutschen, 60 % der britischen und 59 % der französischen Befragten erklärten, dass Datenschutz extrem wichtig ist

Nach Jahren von Datenmissbrauch durch große US-Tech-Unternehmen wie Microsoft(neues Fenster), OpenAI(neues Fenster) und Meta(neues Fenster) ist das Vertrauen der Verbraucher stark gesunken. Medien veröffentlichen regelmäßig Tipps(neues Fenster), wie man US-Technologie vermeidet und warum es sinnvoll ist. Das Verbraucherinteresse hat zur Entstehung von Diensten wie European Alternatives(neues Fenster) geführt, die den Kauf europäischer Tech-Produkte erleichtern.

Die öffentliche Politik in Bezug auf Datenschutz spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der Unterschied zwischen US-amerikanischen und europäischen Gesetzen ist markant: In den USA erlaubt ein Bundesgesetz namens CLOUD Act den Behörden den Zugriff auf europäische Daten, die über amerikanische Apps oder Dienste gespeichert werden, selbst wenn die Daten in der EU liegen. Überwachung ohne richterlichen Beschluss ist in den USA alltäglich.

Diese Gesetze stehen im direkten Widerspruch zur europäischen DSGVO. Ein europäisches Unternehmen riskiert einen DSGVO-Verstoß, wenn es einer US-Anordnung nachkommt; weigert es sich, drohen rechtliche Schritte aus den USA. (Es gibt kein US-Bundesgesetz, das personenbezogene Daten generell vor Hackern oder Missbrauch schützt.)

Europäische Regierungen sorgen sich zudem zunehmend, wie leicht die USA den Zugang zu Diensten für Europäer sperren könnten. Auf dem Open Source Policy Summit 2026 brachte die finnische EU-Abgeordnete Aura Salla die Sorge prägnant auf den Punkt(neues Fenster): „Die EU läuft auf Microsoft. Die USA könnten uns innerhalb einer Stunde abschalten.“

Europäer fordern Kontrolle über ihre Zukunft

In Großbritannien:

  • 55 % der Befragten wünschen sich stärkeren Datenschutz
  • 52 % möchten mehr Vertrauen in die Handhabung persönlicher Daten
  • 47 % wollen, dass Daten nach europäischem Recht gespeichert werden

In Deutschland:

  • 44 % möchten stärkeren Datenschutz
  • 43 % wollen Daten unter europäischem Recht speichern lassen
  • 37 % wünschen sich mehr Vertrauen in die Handhabung ihrer Daten

In Frankreich:

  • 54 % möchten stärkeren Datenschutz
  • 53 % wollen die europäische Wirtschaft und Arbeitsplätze unterstützen
  • 49 % wollen Daten nach europäischem Recht speichern

Insgesamt zeigt die Studie, dass Europäer Wert auf Datenschutz, Verantwortlichkeit und Kontrolle legen. In allen drei Ländern sprechen sich Verbraucher klar für stärkere Schutzmaßnahmen für ihre persönlichen Daten aus – aus Angst vor Hackern, KI-Training und Datenlecks.

Darüber hinaus möchten sie von eigenen Gesetzen geregelt werden, nicht von denen aus Washington. Sie wollen, dass ihre Technologieinvestitionen lokale Arbeitsplätze schaffen und die eigene Wirtschaft stärken, nicht amerikanische Aktionäre bereichern. Europäer wollen über ihr Schicksal selbst bestimmen – nicht nur in Bezug auf persönliche Daten, sondern auch für ihre Unternehmenslandschaft und ihre Wirtschaft.

In europäische Technologie zu investieren war noch nie so einfach

Proton steht seit Jahren an vorderster Front, wenn es darum geht, in europäische Technologie zu investieren. Die Abkehr von US-Technologie bedeutet, Werkzeuge gleicher oder besserer Qualität bereitzustellen – deshalb haben wir ein Ökosystem aufgebaut, das den Bedürfnissen alltäglicher Tech-Nutzer entspricht.

Als Schweizer Unternehmen, das öffentlich und nicht von großen Tech-Investoren finanziert wird, bietet Proton die datenschutzfreundlichen Tools, die europäische Verbraucher und Regierungen benötigen. Von einem Ende-zu-Ende-verschlüsselten E-Mail-Dienst bis hin zu einem privaten KI-Chatbot stehen alle Tools Bürgern, Regierungen und Unternehmen gleichermaßen zur Verfügung.

Wenn Europa den Schritt wagt, sich von US-Technologie zu lösen, wird eine Investition in einen europäischen Tech-Stack entscheidend sein, um jahrzehntelange, unnötige Abhängigkeit zu beenden. Proton wird diese Investition weiterhin über unsere Initiative für europäische Tech-Souveränität begleiten.

Weitere Informationen über Europas Abhängigkeit von den USA und die wachsende Bedeutung digitaler Souveränität finden Sie hier.