Letzte Woche haben wir die Einführung des Proton Drive SDK abgeschlossen, einer gemeinsamen Engine, die Proton Drive auf allen Plattformen vereinheitlicht und dir die benötigten Funktionen schneller bereitstellt. Heute gehen wir den nächsten Schritt: Die Proton Drive CLI ist da, verfügbar für Windows, macOS und Linux.

Die CLI bringt die Leistung unseres Cloud-Speichers und der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Skripte, Sicherungen und Deployment-Pipelines, ohne dass du mühsam Code schreiben musst. Sie basiert auf demselben Proton Drive SDK, das auch unsere offiziellen Proton Drive Client-Anwendungen antreibt, und ist mit diesen vollständig interoperabel.

Für unsere Entwickler-Community: Während wir an unserer Linux-App mit vollem Funktionsumfang arbeiten, kannst du mit der CLI bereits viele der wichtigsten Funktionen von Proton Drive in deinen bevorzugten Skriptumgebungen automatisieren (oder sogar Aufträge mit Cron planen). Die CLI soll die Proton Drive Anwendung ergänzen. Sie ist kein vollständiger Ersatz – beispielsweise verfügen nur die Anwendungen über eine vollständige Synchronisierungs-Engine, die im Hintergrund läuft –, sondern vielmehr eine Möglichkeit, viele Ziele über eine schlanke Skriptumgebung zu erreichen.

Was ist die CLI?

CLI steht für Command Line Interface, ist also eine Kommandozeilen-Oberfläche und ein Programm, das du über eine Shell wie das Terminal, die PowerShell oder SSH ausführst. Du übergibst einen Befehl und Argumente, das Programm erledigt die Aufgabe und beendet sich. Wie andere Unix-Kommandozeilen-Tools kannst du die Proton Drive CLI mit Pipes und Skripten zusammen mit anderen Tools in größere Workflows einbinden.

Die Proton Drive CLI ist ein einzelnes Binary, das du einfach in diese Welt integrieren kannst. Sie unterstützt gängige Drive-Aktionen wie das Auflisten von Ordnern, das Hoch- und Herunterladen von Dateien, den Papierkorb, das Teilen und Einladungen. Die Ergebnisse werden standardmäßig als einfacher, lesbarer Text angezeigt – und wenn du darauf aufbauend Automatisierungen entwickelst, kannst du mit dem Parameter --json (oder -j) zu einem maschinenlesbaren Format wechseln.

Wie hilft die Proton Drive CLI?

Bislang bedeutete die Nutzung von Proton Drive als Teil eines automatisierten Workflows – neben Tools wie Deployment-Skripten, Backup-Jobs, Cron oder internen Runbooks – entweder manuelle Arbeit (wie das Öffnen der App oder das Verschieben von Dateien) oder ein Reverse Engineering der Interna von Drive, um benutzerdefinierte Skripte zu schreiben, die fehleranfällig und schwer zu warten waren. Die CLI ändert das, indem sie es dir ermöglicht, Proton Drive Aktionen direkt über das Terminal auszuführen. Sie kann beispielsweise Dateien nach dem Ende eines Build-Prozesses hochladen, einen Ordner nach Zeitplan sichern, Prüfer einladen oder überprüfen, was geteilt wurde.

Dies ist besonders nützlich, wenn du möchtest, dass eine bestimmte Aktion zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfindet, anstatt Ordner kontinuierlich zu synchronisieren. Beispiele sind etwa das Veröffentlichen von Dateien nach einem Release, das Erstellen eines Snapshots eines freigegebenen Ordners vor einem Audit oder das Entziehen des Zugriffs, wenn jemand das Unternehmen verlässt. Die CLI führt die Aktion aus, teilt dir mit, ob sie erfolgreich war, und beendet sich.

Sie ist die ideale Lösung für alle, die ohnehin im Terminal arbeiten, sowie für Teams, die ihre Drive-Workflows lieber als reproduzierbare Befehle festhalten möchten, anstatt sich an eine Abfolge von Klicks erinnern zu müssen.

Erste Schritte mit der Proton Drive CLI

Zum Start deckt die CLI das Wesentliche ab: An- und Abmelden, Durchsuchen und Verwalten von Dateien und Ordnern (einschließlich des Papierkorbs) sowie das Verwalten von Freigaben und Einladungen.

Einige typische Abläufe:

proton-drive auth login

# Dateien aus lokalem Verzeichnis in Ordner unter Meine Dateien hochladen
proton-drive filesystem upload ./reports/* /my-files/Reports --conflict-strategy skip

# Sehen, wer Zugriff hat, und dann einen Kollegen einladen
proton-drive sharing status /my-files/Reports
proton-drive sharing invite --user example@pm.me --role editor --message "Bitte Berichte prüfen" /my-files/Reports

# In ein lokales Backup-Verzeichnis herunterladen
proton-drive filesystem download /my-files/Reports ./backups

Führe proton-drive help oder proton-drive --help aus, um die vollständige Liste der Befehle und Flags anzuzeigen. Zum Beispiel proton-drive filesystem upload --help.

Erfahre mehr über die Nutzung der Proton Drive CLI.

Was kommt als Nächstes?

Zu den kommenden Erweiterungen der Proton Drive CLI gehört die Unterstützung für die folgenden Elemente:

  • Fotos und Alben
  • Über einen sicheren, öffentlichen Link freigegebene Dateien und Ordner
  • Multi-Konto-Unterstützung für größere Teams und Managed Service Provider

Unser langfristiges Ziel ist es, alle Funktionen der Proton Drive App auch über die Kommandozeile verfügbar zu machen.

Proton Drive CLI herunterladen

Der schnellste Weg für den Einstieg ist das Herunterladen der vorkompilierten Binärdateien für deine Plattform:

Unter macOS und Linux musst du die Datei nach dem Herunterladen ausführbar machen (chmod +x proton-drive). Sobald das erledigt ist, führe proton-drive version aus, um den Build zu bestätigen.

Die Anmeldung erfolgt über deinen Browser –in der Kommandozeile ist kein Passwort erforderlich. Deine Sitzungen werden von deinem Betriebssystem (Windows-Anmeldeinformationsverwaltung, macOS-Schlüsselbund oder libsecret unter Linux) sicher gespeichert.

Aus dem Quellcode erstellen

Möchtest du sie lieber aus dem Quellcode erstellen? Die CLI ist in TypeScript implementiert, mit Bun(neues Fenster) gepackt und steht im Drive SDK Repository(neues Fenster) zum Download bereit. Nach dem Duplizieren kannst du die Abhängigkeiten installieren und die CLI aus dem Hauptverzeichnis erstellen:

cd js/cli
bun install
bun run build
./release/proton-drive auth login
./release/proton-drive filesystem list /my-files

Weitere Details findest du in der README-Datei der CLI im Repository.

Fair-Use-Richtlinien und Ratenbegrenzungen

Die Proton Drive CLI folgt denselben Fair-Use-Richtlinien wie alle Proton Drive Clients. Um die Grenzwerte einzuhalten, lade nur das hoch oder herunter, was sich tatsächlich geändert hat – lade nicht wiederholt dieselben Dateien hoch und überschreibe keine ganzen Ordner, wenn nur einige wenige Dateien neu sind. Konten, die ungewöhnlich viel Datenverkehr verursachen, werden vorübergehend gedrosselt, um den Dienst für alle zu schützen.

Jetzt in deinem Terminal, mit demselben Maß an Privatsphäre

Die Proton Drive CLI ist ab heute verfügbar, weitere Funktionen werden bald folgen. Alles, was du über das Terminal tust, ist durch dieselbe Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt wie der Rest von Proton Drive. Lade sie herunter, probiere sie aus und lass uns wissen, was du entwickelst. Und wenn du Linux nutzt: Ein Desktop-Client mit vollem Funktionsumfang und Synchronisierung ist bereits in Arbeit.