Machst du dir Sorgen, dass dein Android-Gerät von Malware befallen ist? Diese praktische Anleitung führt dich genau durch die nächsten Schritte: wie du dein Telefon auf Malware überprüfst und wie du sie entfernst. Ohne kostenpflichtige Tools, ohne Fachchinesisch, ohne Rätselraten.
Bevor du einen „Virenreiniger“ herunterlädst, solltest du das hier lesen
Dein erster Reflex, wenn du Anzeichen einer Infektion bemerkst, ist vielleicht, im Google Play Store nach „virus cleaner“ zu suchen. Aber das birgt an sich schon ein Malware-Risiko.
Schadhafte Apps sind im Play Store keine Seltenheit. Allein im Jahr 2025 blockierte Google 1,75 Millionen gegen Richtlinien verstoßende Apps(neues Fenster) auf der Plattform und identifizierte 27 Millionen neue schadhafte Apps von außerhalb des Ökosystems. Gefälschte Antiviren- und „Cleaner“-Apps gehören zu den häufigsten Tarnungen.
Wenn du bereits ein ungeprüftes Antivirenprogramm heruntergeladen hast, keine Sorge: Jegliche Malware auf deinem Android-Gerät sollte durch die folgenden fünf Schritte aufgedeckt und entfernt werden.
Fünf Schritte, um Malware von Android zu entfernen
Die Screenshots in dieser Anleitung wurden auf einem Pixel mit Android 16 erstellt. Die Schritte sind auf anderen Android-Geräten (10–15) identisch, die Menükategorien können sich jedoch leicht unterscheiden.
Insbesondere bei Samsung-Benutzern weichen einige Pfade möglicherweise ab. In diesen Fällen haben wir die entsprechende Samsung-Kategorie angegeben.
Schritt 1: Führe ein Scannen mit Play Protect durch
Play Protect scannt Android-Geräte automatisch auf Malware, aber manche Benutzer schalten diese Funktion versehentlich aus oder erhalten von unseriösen Online-Quellen den Rat, dies zu tun. Vergewissere dich vor dem Scannen, dass die Funktion tatsächlich aktiviert ist.
So prüfst du es:
- Öffne den Google Play Store → tippe auf dein Profilbild-Symbol → tippe auf Play Protect → tippe auf das Einstellungen-Symbol (Zahnrad, oben rechts) → bestätige, dass Apps mit Play Protect scannen aktiviert ist

Führe nun das Scannen aus:
- Öffne den Google Play Store → tippe auf das Profilbild-Symbol (oben rechts) → Play Protect → Scannen

Wenn du Apps per Sideload (d. h. aus anderen Quellen als dem Play Store heruntergeladen) installiert hast, kannst du im Play Protect-Einstellungsbildschirm die Option Erkennung schädlicher Apps verbessern aktivieren, um ein gründlicheres Scannen zu ermöglichen.
Hinweis: Dadurch werden unbekannte Apps automatisch an Google gesendet, solange die Option aktiv ist. Wenn du diese Daten lieber nicht dauerhaft teilen möchtest, schalte die Funktion nach dem Scannen einfach wieder aus.
Schritt 2: Suche nach Updates für dein Betriebssystem (OS)
Malware nutzt oft Sicherheitslücken in veralteter Software aus. Wenn dein Betriebssystem oder deine Sicherheitspatches nicht auf dem neuesten Stand sind, kann sich eine soeben entfernte Infektion über dieselbe Sicherheitslücke erneut einnisten (oder eine neue dringt ein, während du dich noch um die erste kümmerst).
- Pixel: Einstellungen → System → Software-Updates
- Samsung: Einstellungen → Software-Update → Herunterladen und installieren
- Andere Geräte: Suche unter den Einstellungen nach einer Option für System- oder Software-Updates

Wenn du die Meldung „Das System ist auf dem neuesten Stand“ siehst (wie unten auf einem Samsung-Gerät gezeigt), fahre mit Schritt drei fort. Andernfalls installiere das verfügbare Update, bevor du fortfährst.

Schritt 3: Verdächtige Apps finden und entfernen
Play Protect markiert bekannte Bedrohungen. Mit diesem Schritt spürst du alles auf, was eventuell übersehen wurde: Apps, die bei der Prüfung sauber waren und erst durch ein späteres Update bösartig wurden, oder datensammelnde Apps, die nicht direkt als Malware eingestuft werden.
Tippe auf Einstellungen → Apps → Alle Apps ansehen. (Bei Samsung-Benutzern werden standardmäßig alle Apps ohne weiteres Tippen aufgelistet, wie im zweiten Screenshot gezeigt.)


Achte auf:
- Apps, die du nicht kennst
- Apps mit generischen, nach System klingenden Namen (z. B. „System Service“, „Phone Manager“)
- Apps, die etwa zu dem Zeitpunkt installiert wurden, als die Probleme begannen (tippe auf die jeweilige App, um das Installationsdatum zu sehen)
Wenn du etwas Verdächtiges findest, tippe auf die App → Deinstallieren.
Wenn Deinstallieren ausgegraut ist, hat die App möglicherweise Geräteadministrator-Rechte. Gehe zu Einstellungen → Sicherheit & Datenschutz → Mehr Sicherheit und Datenschutz → Geräteadmin-Apps.

Entziehe ihr die Rechte und kehre dann zurück, um sie zu deinstallieren.

Um einer App auf einem Samsung-Gerät die Geräteadministrator-Rechte zu entziehen, öffne Settings → Security and privacy More security settings.
Tippe auf Geräteadmin-Apps (manchmal auch unter „Andere Sicherheitseinstellungen“ → „Geräteadmin-Apps“ zu finden) und du siehst eine Liste der Apps mit Geräteadministrator-Rechten.

Wähle die App aus, der du die Administrator-Rechte entziehen möchtest → tippe auf Deaktivieren (oder schalte sie aus)

Du erhältst eventuell eine Warnung darüber, was diese App nicht mehr tun kann (z. B. Fernlöschung, Passwörter erzwingen) — bestätige, um fortzufahren
Wenn sich eine App selbst nach dem Entziehen der Administrator-Rechte nicht deinstallieren lässt, starte dein Gerät im sicheren Modus.
Im sicheren Modus können nur System-Apps ausgeführt werden; Apps von Drittanbietern laufen nicht und können daher ihre eigene Entfernung nicht blockieren.
So gelangst du in den sicheren Modus:
- Halte die Ein-/Aus-Taste gedrückt → halte Ausschalten gedrückt, bis „Im sicheren Modus neu starten“ erscheint → tippe auf OK


Hinweis: Die genaue Methode variiert je nach Gerät. Bei einigen Samsung-Modellen musst du auf dem Bildschirm auf Ausschalten tippen und halten, anstatt die physische Taste gedrückt zu halten, wie unten zu sehen ist.


Wenn beides nicht funktioniert, suche bei Google nach „Sicherer Modus“ und deinem Gerätemodell.
Versuche im sicheren Modus erneut, die App über den Pfad Einstellungen → Apps → Alle Apps ansehen zu deinstallieren. Um den sicheren Modus zu beenden, starte dein Gerät ganz normal neu.
Schritt 4: Führe ein zweites Scannen mit einem kostenlosen (und vertrauenswürdigen) Tool durch
Wenn die ersten drei Schritte das Problem nicht behoben haben, wird es Zeit für ein zweites Scannen mit einem vertrauenswürdigen Tool.
Wie oben erwähnt, sind viele „Scanner“-Apps selbst schädlich. Wir empfehlen Malwarebytes (das du im Play Store herunterladen(neues Fenster) kannst). Es wird von Sicherheitsforschern empfohlen, ist durchgehend gut bewertet und die kostenlose Version reicht für ein einmaliges Scannen völlig aus.
Vergewissere dich vor dem Installieren nur, dass das gefundene Malwarebytes auch echt ist: Der Name des Entwicklers (der in blauem Text direkt unter dem Haupttitel der App und der Bewertung angezeigt wird) sollte Malwarebytes lauten.

Prüfe den Entwicklerkontakt oder den App-Support auf die offizielle E-Mail-Adresse des Entwicklers, seine physische Adresse und einen Link zu seiner Website. Die Website sollte malwarebytes.com(neues Fenster) sein.

Nach der Installation: Öffne Malwarebytes → run a scan (dies dauert in der Regel 5–20 Minuten) → tippe auf Quarantine um alle erkannten Bedrohungen zu entfernen.
Schritt 5: Führe einen Sicherheitscheck durch
Dein Gerät sollte nun sauber sein, aber die Infektion könnte bereits deinen Kontozugriff gefährdet haben, indem sie Anmeldedaten abgefangen, SMS-Nachrichten gelesen oder Tastaturanschläge aufgezeichnet hat.
Um zu bestätigen, dass dein Google-Konto nicht gefährdet wurde, gehe auf myaccount.google.com/security-checkup(neues Fenster) und gehe folgende Punkte durch:
- Prüfe dein Konto auf unbekannte Geräte, die angemeldet sind
- Revoke access für alle Apps von Drittanbietern, die du nicht kennst
- Überprüfe die letzten Sicherheitsaktivitäten auf verdächtige Vorkommnisse
Ändere die Passwörter für alle Konten (von Google oder anderen Anbietern), die möglicherweise gefährdet sind.
Wenn alles andere fehlschlägt: Zurücksetzen auf Werkseinstellungen
Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen löscht dein Gerät vollständig und sollte erst versucht werden, wenn du alle fünf oben genannten Schritte durchlaufen hast. Es ist effektiv und entfernt selbst die am tiefsten sitzenden Infektionen, ist aber auch unumkehrbar.
Alles, was nicht gesichert ist, geht verloren. Sichere daher vor dem Zurücksetzen deine Fotos und Dateien in einem Cloud-Speicher (Proton Drive oder einem vergleichbaren Dienst).
Sobald das Zurücksetzen abgeschlossen ist, darfst du die Daten nicht aus einer vollständigen Sicherung wiederherstellen – dies könnte die soeben entfernte Malware wieder einschleusen. Installiere stattdessen vertrauenswürdige Apps manuell aus dem Play Store neu.
Befolge diese Anweisungen:
- Pixel: Einstellungen → System → Optionen zum Zurücksetzen → Alle Daten löschen (Auslieferungszustand)
- Samsung: Einstellungen → Allgemeine Verwaltung → Zurücksetzen → Auf Werkseinstellungen zurücksetzen
Der Bildschirm mit den Optionen zum Zurücksetzen auf einem Pixel

Der Bildschirm mit den Optionen zum Zurücksetzen auf einem Samsung-Gerät

So verhinderst du, dass Malware dein Gerät erneut infiziert
Vielleicht lässt sich nicht genau feststellen, wie die Malware auf dein Gerät gelangt ist. Hier sind einige Möglichkeiten, um zu verhindern, dass das noch einmal passiert:
- Halte dein Betriebssystem und deine Apps auf dem neuesten Stand: Veraltete Software ist eine der häufigsten Schwachstellen, wie in Schritt zwei oben beschrieben.
- Sei vorsichtig bei der Installation: Bleibe beim Play Store, überprüfe vor der Installation die Entwicklernamen sowie die Bewertungen und sei besonders vorsichtig bei kostenlosen Utility-Apps. Unsere vollständige Checkliste für schädliche Play Store-Apps zeigt dir, worauf du achten solltest, bevor du auf „Installieren“ tippst.
- Nutze ein VPN in öffentlichen WLANs: Ungesicherte Netzwerke sind ein häufiges Einfallstor für das Abfangen von Anmeldedaten. Proton VPN ist ein sicheres VPN(neues Fenster), das deine Verbindung verschlüsselt, sodass dein Datenverkehr während der Übertragung nicht mitgelesen werden kann.
- Verwende einzigartige Passwörter für jedes Konto: Wenn durch Malware ein Passwort offengelegt wurde, das du für mehrere Konten wiederverwendet hast, ist nun jedes dieser Konten gefährdet. Proton Pass ist ein sicherer Passwort-Manager, der einzigartige Passwörter generiert und speichert, damit aus einem einzelnen Datenleck nicht gleich zehn werden.






