Eine Analyse falscher Behauptungen von Venak Security
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- Sicherheit und Datenschutz
Seit 2014 betreibt Proton ein öffentliches Bug-Bounty-Programm, das Sicherheitsforscher dazu ermutigt, nach Schwachstellen in Proton-Software zu suchen und Geldprämien für ihre Funde und Berichte an uns zu verdienen. Je mehr Menschen unseren Open-Source-Code untersuchen, desto schneller können wir potenzielle Probleme erkennen und Korrekturen anwenden, um unsere Benutzer zu schützen.
Wir sind der weltweiten Expertengemeinschaft, die zu diesem Programm beiträgt, zutiefst dankbar. Aber leider erhalten wir hin und wieder Bug-Bounty-Meldungen, die einer genauen Prüfung nicht standhalten, oft als Folge eines unzureichenden technischen Verständnisses.
Als Reaktion auf Fragen aus der Community stellen wir heute Behauptungen von Venak Security über Proton Pass und Proton VPN klar. Obwohl wir den Forschern von Venak bei der Ablehnung ihres Bug-Bounty-Beitrags erklärt haben, warum ihre Behauptungen falsch waren, hat Venak diese Behauptungen nachträglich trotzdem veröffentlicht, was es für uns notwendig macht, die Dinge richtigzustellen.
Fangen wir mit dem Fazit an: Venaks allgemeine Behauptung – „Proton VPN und Proton Pass leiden unter Speicherschutzproblemen, Benutzerdaten sind gefährdet!“ – ist falsch. Um zu verstehen, warum, schauen wir uns jede Behauptung im Detail an.
Proton Pass
Behauptung 1
“Schwachstelle im Proton Passwort-Manager: Ungesicherte Kreditkartendaten gefährdet!”
Realität: In Proton Pass müssen Daten, genau wie in jedem anderen Passwort-Manager auch, wenn ein Benutzer aktiv einen Eintrag (z. B. eine Kreditkartennummer) ansieht, unverschlüsselt im Speicher gespeichert werden. Du kannst die Daten im Speicher nicht verschlüsseln, da die Anwendung die Daten sonst während der Ausführung nicht verwenden kann. Es gibt keine Möglichkeit, einem Benutzer Daten anzuzeigen, ohne dass diese im Speicher gespeichert sind. So funktioniert jeder Passwort-Manager und das ist kein Fehler.
In Proton Pass bleiben alle sensiblen Daten, einschließlich Kreditkartennummern, auf dem Datenträger verschlüsselt, wenn sie nicht verwendet werden. Wir treffen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, indem wir sensible Daten im Speicher im Ruhezustand verschleiern und sie erst dann entschleiern, wenn ein Benutzer explizit die Anzeige eines Eintrags anfordert.
Proton VPN
Behauptung 2
“Statische private Schlüssel könnten die Daten der Benutzer potenziell MITM-Angriffen aussetzen!”
Realität: Obwohl Venak behauptet, Zugriff auf private Schlüssel zu haben, wird dies nie demonstriert; vielmehr heißt es im Beitrag: „Hier sind einige Screenshots von öffentlichen Schlüsseln, die aus dem Speicher ausgelesen wurden“. Öffentliche Schlüssel sind jedoch nicht sensibel, sie sind dazu gedacht, öffentlich zu sein. Wie die Namen schon sagen, sind öffentliche und private Schlüssel nicht dasselbe. Darüber hinaus sind private Schlüssel, selbst wenn sie aus dem Speicher extrahiert würden, nicht statisch, sondern werden bei der Anmeldung pro Benutzergerät generiert. Das bedeutet, dass ein Angreifer selbst mit Zugriff auf diese Schlüssel nicht in der Lage wäre, den Datenverkehr der Benutzer zu entschlüsseln.
Behauptung 3
“Ein böswilliger Akteur könnte die Daten leicht extrahieren und den Datenverkehr im Speicher oder mithilfe eines MITM-Angriffs entschlüsseln.”
Realität: Die Behauptung hier ist, dass die im Speicher gespeicherten privaten Schlüssel verwendet werden können, um den Datenverkehr der Benutzer zu entschlüsseln. So funktioniert das Open-Source-WireGuard®-VPN-Protokoll, das Proton VPN verwendet, jedoch nicht. WireGuard bietet “Perfect Forward Secrecy”(neues Fenster), was bedeutet, dass eine Gefährdung von Geheimnissen im Jetzt in keiner Weise zuvor verschlüsselten oder zukünftigen Datenverkehr gefährdet.
Ein Angreifer, der die privaten Schlüssel erlangt, könnte sich potenziell als der Benutzer authentifizieren, wäre aber nicht in der Lage, den Datenverkehr zu entschlüsseln. Der VPN-Datenverkehr wird durch einen separaten “Sitzungsschlüssel” verschlüsselt, der automatisch alle zwei Minuten gewechselt wird. Er wird nicht, wie von Venak behauptet, durch den privaten Schlüssel verschlüsselt. Kurz gesagt: Die behauptete Schwachstelle existiert schlichtweg nicht. Natürlich könnte ein Angreifer mit Administrator-Zugriff auf das Gerät des Benutzers Schaden anrichten, aber davor kann kein VPN schützen.
Behauptung 4
“Proton hat sich dafür entschieden, einen statischen Wert für jeden Server zu verwenden, der bei der Schlüsselgenerierung leicht aus dem Speicher ausgelesen werden kann.”
Realität: Wie oben erklärt, ändern sich die öffentlichen Schlüssel unserer VPN-Server nicht und sind öffentlich zugänglich, da es sich eben um öffentliche Schlüssel handelt. Dies ist kein Sicherheitsproblem.
Sind deine Daten also wirklich in Gefahr?
Nein, die gemeldeten “Schwachstellen” entbehren jeder Grundlage, und deshalb wurden sie von unserem Bug-Bounty-Team abgelehnt.
Wir stehen hinter unseren Produkten und stellen den Datenschutz und die Sicherheit unserer Benutzer stets an erste Stelle. Wir freuen uns immer über Feedback und den Austausch mit der Sicherheits-Community, sei es direkt über unsere Open-Source-Softwareprojekte(neues Fenster) oder unser Bug-Bounty-Programm. Wir halten weiterhin an unserem Bug-Bounty-Programm fest und freuen uns darauf, auch in Zukunft Belohnungen für qualifizierte Schwachstellen auszuzahlen.